Der Lungenmeridian: Qi aufnehmen, Abwehrkraft stärken & loslassen in der TCM

Der Lungenmeridian: Qi aufnehmen, Abwehrkraft stärken & loslassen in der TCM

Was ist der Lungenmeridian?

Der Lungenmeridian (Lung Meridian, Lu) ist einer der zwölf Hauptmeridiane in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Er gehört zum Yin und ist dem Metall-Element zugeordnet – gemeinsam mit seinem Partnermeridian, dem Dickdarmmeridian.

Der Lungenmeridian beginnt in der Lunge, tritt an der Schulter aus (Punkt Lu 1), verläuft über die Innenseite des Arms bis zum Daumen (Punkt Lu 11). Er ist der erste Meridian im großen Qi-Kreislauf und damit der Ausgangspunkt aller Meridianenergie im Körper.

Funktion des Lungenmeridians in der TCM

Die Lunge gilt in der TCM als „Ministerpräsident“ – sie empfängt das Qi aus der Luft und verteilt es gemeinsam mit dem Milz-Qi durch den gesamten Körper. Ihre wichtigsten Funktionen:

  • Qi aufnehmen & verteilen – die Lunge nimmt das Atem-Qi (Kong Qi) auf und verteilt es gemeinsam mit dem Nähr-Qi (Gu Qi) der Milz als Zong Qi (Brust-Qi) durch den Körper.
  • Wei Qi verteilen – die Lunge verteilt das Abwehr-Qi (Wei Qi) an der Körperoberfläche. Starkes Lungen-Chi = starkes Immunsystem und Schutz vor äußeren Krankheitserregern.
  • Haut & Haare nähren – die Lunge öffnet sich in die Haut und reguliert die Poren. Gutes Lungen-Chi zeigt sich in gesunder, strahlender Haut und kräftigem Haar.
  • Flüssigkeiten regulieren – die Lunge senkt Flüssigkeiten nach unten zu den Nieren und reguliert den Wasserhaushalt der Haut.
  • Nase öffnen – die Lunge öffnet sich in die Nase. Schnupfen, Sinusitis und Geruchsverlust können auf Lungen-Ungleichgewichte hinweisen.
  • Trauer als Emotion – Trauer und Kummer sind die dem Metall-Element zugeordneten Emotionen. Unverarbeitete Trauer schwächt das Lungen-Chi.

Typische Disharmonien des Lungenmeridians

Lungen-Qi-Mangel

Das häufigste Muster: Kurzatmigkeit, schwache Stimme, Erschöpfung, häufige Erkrankungen (schwaches Wei Qi), blasses Gesicht, übermäßiges Schwitzen bei Anstrengung.

Lungen-Yin-Mangel

Trockener Husten ohne Schleim, trockene Kehle, Hitzegefühl am Nachmittag, Nachtschweiß, heisere Stimme. Häufig nach langen Krankheiten oder bei chronischem Stress.

Wind-Kälte in der Lunge

Akute Erkrankung: Schnupfen mit klarem Sekret, Husten, Frostgefühl, Kopfschmerzen, Halsschmerzen. Typische Erkältungssymptome in der TCM.

Lungen-Hitze (Wind-Hitze)

Fieber, Halsschmerzen, gelber Schleim, Durst, schneller Puls. Entspricht einer bakteriellen oder viralen Infektion der oberen Atemwege.

Die wichtigsten Akupunkturpunkte des Lungenmeridians

Lu 1 – Zhōng Fǔ (中府) „Mittlerer Palast“

Unterhalb des Schlüsselbein, in der Vertiefung zwischen dem ersten und zweiten Zwischenrippenraum, seitlich der Brust. Sammlungspunkt der Lunge. Reguliert das Lungen-Qi, lindert Husten und Kurzatmigkeit, hilft bei Schulterschmerzen und emotionaler Enge (Trauer, Kummer).

Lu 5 – Chǐ Zé (尺泽) „Ellenbogenteich“

An der Innenseite des Ellenbogens, in der Vertiefung am radialen Rand der Bizepssehne. Kühlt Lungen-Hitze, klärt Schleim. Hilft bei Husten mit gelbem Schleim, Fieber, Halsschmerzen, Ellenbogenschmerzen und Hauterkrankungen.

Lu 7 – Liè Quē (列缺) „Gebrochene Folge“

Oberhalb des Handgelenks, auf der Daumenseite, in der Vertiefung über dem Speichenfortsatz. Wichtigster Punkt zur Stärkung des Lungen-Qi und Öffnung der Nase. Hilft bei Erkältungen, Schnupfen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Husten. Öffnet auch den Ren Mai (Konzeptionsgefäß).

Lu 9 – Tài Yuān (太渊) „Große Tiefe“

Am Handgelenk, auf der Daumenseite, in der Vertiefung am Ende der Handgelenkfalte. Wichtigster Tonisierungspunkt des Lungenmeridians. Stärkt Lungen-Qi und Lungen-Yin, hilft bei chronischem Husten, Kurzatmigkeit, schwacher Stimme und Gefäßproblemen.

Lu 11 – Shào Shāng (少商) „Kleiner Kaufmann“

An der radialen Seite des Daumens, nahe der Nagelwurzel. Letzter Punkt des Lungenmeridians. Notfallpunkt bei Halsschmerzen, Fieber und Bewusstlosigkeit; klärt Lungen-Hitze.

Praktische Akupressur-Tipps für zu Hause

  • Lu 7 (Lie Que): Mit dem Daumen die Vertiefung über dem Speichenfortsatz am Handgelenk stimulieren, 1–2 Minuten pro Seite. Besonders wirksam bei Erkältungsbeginn und Schnupfen.
  • Lu 9 (Tai Yuan): Sanften Druck auf die Vertiefung am Handgelenk (Daumenseite) ausüben, 1–2 Minuten kreisend. Stärkt das Lungen-Chi allgemein.
  • Lu 1 (Zhong Fu): Mit den Fingerkuppen sanft kreisende Bewegungen unterhalb des Schlüsselbeins – löst emotionale Enge und fördert tiefes Atmen.
  • Tiefes Atmen: Die einfachste Übung für den Lungenmeridian – bewusstes, tiefes Bauchatmen aktiviert das Lungen-Qi und stärkt das Wei Qi.

Die aktivste Zeit des Lungenmeridians ist laut TCM zwischen 3 und 5 Uhr morgens. Wer zu dieser Zeit regelmäßig hustet oder aufwacht, könnte ein Lungen-Ungleichgewicht haben.

Lebensstil & Ernährung für einen starken Lungenmeridian

  • Weiße Lebensmittel: Rettich, Birne, Tofu, Mandeln, Zwiebeln – nähren in der TCM die Lunge und befeuchten die Atemwege.
  • Scharfe Lebensmittel (in Maßen): Ingwer, Knoblauch, Meerrettich – dem Metall-Element zugeordnet, unterstützen die Lunge und stärken das Wei Qi.
  • Frische Luft & Bewegung: Regelmäßige Bewegung im Freien stärkt das Lungen-Qi und das Immunsystem.
  • Tiefes Atmen & Qi Gong: Atemtechniken und Qi-Gong-Übungen sind die direkteste Methode zur Stärkung des Lungenmeridians.
  • Trauer verarbeiten: Unverarbeitete Trauer und Kummer blockieren das Lungen-Chi. Bewusste emotionale Verarbeitung ist essenziell.
  • Herbst als Lungenzeit: In der TCM ist der Herbst die Jahreszeit der Lunge – Zeit für Entgiftung, Loslassen und Stärkung des Immunsystems vor dem Winter.
  • Rauchen vermeiden: Rauchen schädigt das Lungen-Yin direkt und führt zu Lungen-Hitze und Schleim.

999 Inner Light LD – Körperöl für Lungen- & Dickdarmmeridian

Das 999 Inner Light LD nährt die Lebensenergie in den Meridianen der Lunge und des Dickdarms. Es basiert auf einer Wiederbelebung der uralten TCM-Formel Bu Zhong Yi Qi Tang – einer klassischen Rezeptur zur Stärkung des mittleren Erwärmers, des Qi und der Abwehrkraft.

Inhaltsstoffe & ihre Wirkung:

  • Tragantwurzelextrakt (Astragalus membranaceus) – einer der bedeutendsten Immunstärker der TCM, stärkt das Wei Qi (Abwehr-Qi) und unterstützt Lunge und Dickdarm direkt
  • Ginsengwurzelextrakt (Panax Ginseng) – füllt Qi auf, stärkt Milz und Magen als Qi-Quelle, fördert Konzentration und Vitalität
  • Süßholzwurzelextrakt (Glycyrrhiza Glabra) – harmonisiert alle anderen Zutaten, beruhigt Schleimhäute und unterstützt die Atemwege
  • Ingwerwurzelöl (Zingiber Officinale) – wärmt den mittleren Erwärmer, fördert die Verdauung und vertieft die Wirksamkeit
  • Kameliensamenöl (Camellia Oleifera) – pflegende Basis, reich an Ölsäure
  • 999 Feingold – in spagyrischer Aufbereitung, eliminiert Blockaden und fördert die bioelektrische Leitfähigkeit

Morgens und abends 1–2 Teelöffel auf die Chakren auftragen und einmassieren.

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Lungenmeridian & Dickdarmmeridian – das Metall-Element-Paar

Lunge und Dickdarm sind in der TCM untrennbar verbunden – Yin und Yang des Metall-Elements. Während die Lunge das reine Qi aufnimmt und das Wei Qi verteilt, scheidet der Dickdarm das Unnötige aus. Beide öffnen sich in die Haut und sind eng mit dem Immunsystem verbunden.

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Fazit

Der Lungenmeridian ist in der TCM der Hüter unserer Abwehrkraft und der Brücke zwischen uns und der Welt – durch den Atem nehmen wir Qi auf, durch die Haut stehen wir in Kontakt mit der Umgebung. Ein starkes Lungen-Chi zeigt sich in klarer Haut, starkem Immunsystem und der Fähigkeit, tief zu atmen und loszulassen. Mit Akupressur, bewusstem Atmen und gezielter Pflanzenkraft lässt sich das Lungen-Chi nachhaltig stärken.

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Quellen & weiterführende Literatur

  1. Maciocia G. (2015): Grundlagen der Chinesischen Medizin. Elsevier. hugendubel.de
  2. Deadman P., Al-Khafaji M. & Baker K. (2007): Handbuch Akupunktur. Verlag für Ganzheitliche Medizin. hugendubel.de
  3. Kaptchuk T.J. (2006): Das große Buch der Chinesischen Medizin. Fischer Taschenbuch. hugendubel.de
  4. World Health Organization (WHO): WHO Standard Acupuncture Point Locations in the Western Pacific Region. 2008. iris.who.int
  5. Larre C. & Rochat de la Vallée E. (1995): The Liver. Monkey Press. naturmed.de

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden bitte ärztlichen oder therapeutischen Rat einholen.

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