Bor gehört zu den weniger bekannten Spurenelementen. Es kommt natürlicherweise in Lebensmitteln, Trinkwasser und im menschlichen Körper vor. Besonders Pflanzen benötigen Bor für Wachstum und Stabilität. Welche Bedeutung es für den Menschen hat, ist dagegen noch nicht abschließend geklärt.
Untersuchungen liefern Hinweise auf mögliche Zusammenhänge mit dem Mineralstoff- und Knochenstoffwechsel, den Gelenken, bestimmten Hormonen und der Gehirnfunktion. Viele dieser Ergebnisse stammen jedoch aus kleinen oder kurzen Studien. Dieser Beitrag erklärt, was über Bor bekannt ist, wo die Grenzen der Forschung liegen und worauf bei einer Nahrungsergänzung zu achten ist.
Grundlegende Informationen zu Mineralstoffen und Spurenelementen finden Sie in unserem Hauptartikel Mineralstoffe einfach erklärt: Aufgaben, Bedarf, Mangel und richtige Versorgung.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Bor?
- Ist Bor für den Menschen essenziell?
- Welche Lebensmittel enthalten Bor?
- Bor, Borax und Borsäure: die Unterschiede
- Was sagt die Forschung über Bor?
- Wie viel Bor benötigt der Mensch?
- Bor als Nahrungsergänzung
- Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen
- Fazit
- Häufige Fragen
- Quellen und weiterführende Literatur
Was ist Bor?
Bor ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol B. In der Natur liegt es normalerweise nicht als reines Element vor, sondern gebunden in verschiedenen Borverbindungen. Dazu gehören Borate, Borsäure und organische Borverbindungen in Pflanzen.
Für Pflanzen ist Bor ein lebensnotwendiger Mikronährstoff. Es wird unter anderem für den Aufbau der Zellwände sowie für Wachstum, Bestäubung und Samenbildung benötigt. Deshalb findet sich Bor vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln.
Nach der Aufnahme werden die meisten Borverbindungen im Verdauungstrakt zu Borsäure umgewandelt. Bor wird überwiegend über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Eine routinemäßige Bestimmung des Borstatus ist in der medizinischen Praxis nicht üblich.[1]
Ist Bor für den Menschen essenziell?
Ob Bor für den Menschen ein essenzieller Nährstoff ist, gilt bislang als nicht abschließend geklärt. Ein essenzieller Nährstoff muss eine eindeutig nachgewiesene und unentbehrliche Funktion besitzen, die der Körper nicht durch andere Stoffe ersetzen kann.
Für Bor wurde eine solche spezifische Funktion beim Menschen bisher nicht zweifelsfrei identifiziert. Deshalb existiert weder von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung noch von europäischen oder US-amerikanischen Fachgremien eine offizielle Empfehlung für den täglichen Borbedarf.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Bor im menschlichen Stoffwechsel wirkungslos sein muss. Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass es verschiedene biologische Prozesse beeinflussen könnte. Noch ist aber offen, welche Wirkungen für die Gesundheit tatsächlich relevant sind und ob Menschen von einer zusätzlichen Einnahme profitieren.
Wichtig für die Einordnung: Eine begrenzte Studienlage ist kein Beweis für Wirkungslosigkeit. Einzelne positive Untersuchungen sind umgekehrt aber auch noch kein verlässlicher Wirksamkeitsnachweis.
Welche Lebensmittel enthalten Bor?
Bor kommt hauptsächlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Der tatsächliche Gehalt kann je nach Boden, Wasser, Anbaugebiet und Verarbeitung deutlich schwanken.
| Lebensmittelgruppe | Beispiele |
|---|---|
| Obst | Pflaumen, Rosinen, Avocado, Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Trauben |
| Hülsenfrüchte | Bohnen, Linsen, Erbsen und Kichererbsen |
| Nüsse und Samen | Erdnüsse, Mandeln, Walnüsse und Erdnussmus |
| Gemüse | Brokkoli, Spinat, Karotten und Kartoffeln |
Menschen mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel nehmen meist mehr Bor auf als Menschen, deren Ernährung nur wenig Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse enthält. Eine festgelegte Mindestzufuhr, anhand derer sich eine Unterversorgung bestimmen ließe, gibt es bislang jedoch nicht.
Bor, Borax und Borsäure: die Unterschiede
Die Begriffe Bor, Borax und Borsäure werden häufig gleichgesetzt, bezeichnen aber nicht dasselbe.
| Begriff | Bedeutung | Einordnung |
|---|---|---|
| Bor | Chemisches Element | Die Mengenangabe auf einem Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet gewöhnlich das enthaltene elementare Bor. |
| Borax | Natriumtetraborat, ein Borsalz | Kann als Borquelle dienen. Die Menge der gesamten Verbindung ist deutlich größer als die darin enthaltene Menge elementaren Bors. |
| Borsäure | Einfache anorganische Borverbindung | Viele aufgenommene Borverbindungen werden im Verdauungstrakt in Borsäure überführt. |
Entscheidend ist daher nicht allein der Name der Borverbindung, sondern wie viel elementares Bor eine Tagesdosis tatsächlich liefert. Haushalts- oder technische Boraxprodukte sind keine Nahrungsergänzungsmittel und sollten nicht eingenommen werden.
Was sagt die Forschung über Bor?
Zu Bor existieren Laboruntersuchungen, Tierstudien, Beobachtungsstudien und einige kleinere Untersuchungen am Menschen. Sie liefern interessante Hinweise, erlauben bislang aber nur begrenzte Aussagen über konkrete gesundheitliche Vorteile einer Nahrungsergänzung.
Knochen- und Mineralstoffwechsel
Bor könnte Vorgänge beeinflussen, an denen Kalzium, Magnesium, Phosphor, Vitamin D und verschiedene Hormone beteiligt sind. Dadurch ist eine Verbindung zum Knochenstoffwechsel biologisch plausibel.
Die klinischen Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig. In einer Untersuchung mit jungen Frauen veränderte eine längerfristige Bor-Einnahme einige Laborwerte, die Knochenmineraldichte selbst wurde aber nicht verbessert. Auch Beobachtungsstudien zeigen bisher keinen verlässlichen Zusammenhang zwischen der Boraufnahme und einer höheren Knochenmineraldichte.[1]
Daraus lässt sich derzeit nicht ableiten, dass Bor einer Osteoporose vorbeugt oder eine bestehende Osteoporose behandelt. Bei einem erhöhten Osteoporoserisiko sind unter anderem Diagnostik, Bewegung, Eiweißversorgung sowie die individuelle Versorgung mit Kalzium und Vitamin D zu berücksichtigen.
Gelenke und Osteoarthritis
Einige kleine Studien untersuchten Borverbindungen bei Menschen mit Osteoarthritis oder Kniebeschwerden. Teilweise wurden Veränderungen von Beschwerden oder bestimmten Entzündungsmarkern beobachtet.
Die Ergebnisse sind interessant, müssen aber vorsichtig interpretiert werden: Manche Untersuchungen umfassten nur wenige Teilnehmende, waren sehr kurz oder verwendeten Calciumfructoborat. Ergebnisse zu einer bestimmten Verbindung lassen sich nicht automatisch auf jedes Borpräparat übertragen. Größere und länger dauernde kontrollierte Studien fehlen.[1]
Hormone und Testosteron
Besondere Aufmerksamkeit erhält Bor wegen möglicher Einflüsse auf Steroidhormone. Häufig wird eine Untersuchung genannt, in der acht gesunde Männer sieben Tage lang täglich 10 mg Bor erhielten. Dabei veränderten sich unter anderem einige Hormon- und Entzündungswerte.[3]
Diese Studie ist als erster Hinweis interessant, aber keine ausreichende Grundlage für die Aussage, Bor erhöhe bei Männern zuverlässig den Testosteronspiegel. Die Untersuchung war sehr klein und sehr kurz. Frauen nahmen nicht daran teil. Aussagen über eine Verbesserung des Östrogenstoffwechsels bei Frauen lassen sich daraus daher nicht ableiten.
Bei einem vermuteten Testosteronmangel sollte zunächst geklärt werden, ob tatsächlich ein Mangel besteht und welche Ursache dahintersteht. Bor ersetzt keine entsprechende Diagnostik oder Behandlung.
Bor und Vitamin D
Einzelne Ernährungsstudien deuten auf Wechselwirkungen zwischen Bor und dem Vitamin-D- beziehungsweise Mineralstoffwechsel hin. Dabei wurden unter bestimmten Versuchsbedingungen Veränderungen verschiedener Laborwerte beobachtet.
Ob eine zusätzliche Bor-Einnahme den Vitamin-D-Spiegel bei Menschen mit Vitamin-D-Mangel zuverlässig erhöht, ist jedoch nicht belegt. Bor sollte daher nicht als Ersatz für eine gezielte Vitamin-D-Versorgung oder die Abklärung auffälliger Laborwerte verstanden werden.
Gehirn und kognitive Funktionen
In kleinen kontrollierten Ernährungsstudien wurden Testpersonen zeitweise mit unterschiedlich borhaltiger Kost versorgt. Eine sehr niedrige Boraufnahme war dabei mit Veränderungen der elektrischen Gehirnaktivität und einzelnen kognitiven Leistungen verbunden.[4]
Diese Ergebnisse können auf eine bislang nicht vollständig verstandene biologische Rolle hindeuten. Sie beweisen aber nicht, dass Borpräparate bei Konzentrationsproblemen, Gedächtnisbeschwerden oder neurologischen Erkrankungen helfen.
Entzündungsmarker
In kleinen und teilweise sehr kurzen Untersuchungen wurden Veränderungen einzelner Entzündungsmarker beobachtet. Solche Laborwerte können wissenschaftlich aufschlussreich sein, sind aber nicht mit einer nachgewiesenen Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen gleichzusetzen.
| Forschungsbereich | Was beobachtet wurde | Was offen bleibt |
|---|---|---|
| Knochen | Veränderungen einzelner Mineralstoff- und Hormonwerte | Kein verlässlicher Nachweis für eine Verbesserung der Knochenmineraldichte oder Osteoporoseprävention |
| Gelenke | Erste positive Ergebnisse in kleinen Studien | Bestätigung durch größere und längere Studien |
| Hormone | Kurzfristige Veränderungen in sehr kleinen Untersuchungen | Dauerhafte Wirkung, geeignete Dosierung und klinische Bedeutung |
| Kognition | Unterschiede bei sehr niedriger und höherer Boraufnahme | Nutzen einer Nahrungsergänzung bei normal ernährten Menschen |
| Entzündungsmarker | Veränderungen einzelner Laborwerte | Klinische Bedeutung und Wirkung bei Erkrankungen |
Wie viel Bor benötigt der Mensch?
Für Bor gibt es keinen anerkannten täglichen Bedarfs- oder Referenzwert. Deshalb lässt sich auch kein Bormangel anhand einer festgelegten Zufuhrmenge diagnostizieren. Eindeutige Mangelsymptome wurden beim Menschen bislang nicht bestimmt.
Schätzungen zufolge nehmen Erwachsene über die Ernährung häufig ungefähr 1 bis 1,5 mg Bor täglich auf. Je nach Ernährungsweise und Herkunft der Lebensmittel kann die Aufnahme höher oder niedriger ausfallen. Eine höhere Aufnahme bedeutet nicht automatisch einen zusätzlichen gesundheitlichen Vorteil.[1]
Die Weltgesundheitsorganisation nannte einen Bereich von 1 bis 13 mg täglich als akzeptablen sicheren Aufnahmebereich für Erwachsene. Dieser Bereich ist keine Zufuhrempfehlung und kein Nachweis dafür, dass Mengen am oberen Ende gesundheitlich vorteilhafter sind.
Bor als Nahrungsergänzung
Bor wird in Nahrungsergänzungsmitteln in verschiedenen Formen angeboten, beispielsweise als Natriumborat beziehungsweise Natriumtetraborat, Borcitrat, Borglycinat oder Calciumfructoborat. Vergleichende Daten, nach denen eine dieser Formen beim Menschen grundsätzlich überlegen wäre, sind bislang begrenzt.
Übliche Nahrungsergänzungsmittel enthalten häufig zwischen 0,15 und 6 mg elementares Bor pro Tagesdosis.[1] Die Mengenangabe bezieht sich dabei auf das elementare Bor und nicht auf das Gesamtgewicht der verwendeten Borverbindung.
Die Einnahme von Bor ist nicht für jeden Menschen notwendig. Wer sich überwiegend pflanzlich und abwechslungsreich ernährt, nimmt Bor bereits regelmäßig über Lebensmittel auf. Ob eine zusätzliche Einnahme sinnvoll ist, lässt sich aufgrund der fehlenden Bedarfswerte nicht pauschal beantworten.
Studien, in denen 6 oder 10 mg Bor eingesetzt wurden, begründen keine allgemeine Empfehlung für diese Dosierungen. Insbesondere sollte eine hohe Dosierung nicht allein mit dem Ziel eingenommen werden, Testosteron, Vitamin D oder die Knochenmineraldichte zu erhöhen.
Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen
Bei der Beurteilung der Sicherheit muss die gesamte tägliche Boraufnahme aus Lebensmitteln, Getränken und Nahrungsergänzung berücksichtigt werden.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt für Erwachsene eine tolerierbare obere Gesamtzufuhr von 10 mg Bor pro Tag.[2] Dieser sogenannte Upper Level ist keine empfohlene Dosierung. Er bezeichnet die höchste langfristige Gesamtaufnahme, bei der nach der aktuellen Risikobewertung keine gesundheitlichen Nachteile zu erwarten sind.
Die US-amerikanische Bewertung nennt einen höheren Grenzwert von 20 mg pro Tag. Für Verbraucher in Europa ist jedoch die europäische Einordnung die naheliegendere Orientierung. Unterschiedliche Grenzwerte zeigen zugleich, dass Sicherheitsbewertungen von der verwendeten Datengrundlage und Methodik abhängen können.
Sehr hohe Mengen Bor beziehungsweise die versehentliche Aufnahme von Borax oder Borsäure können unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautveränderungen, Kopfschmerzen und in schweren Fällen Nierenschäden oder neurologische Beschwerden verursachen.[1]
Besondere Vorsicht ist sinnvoll:
- bei eingeschränkter Nierenfunktion, da Bor überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird,
- während Schwangerschaft und Stillzeit,
- bei hormonabhängigen Erkrankungen oder laufender Hormontherapie,
- wenn mehrere borhaltige Präparate gleichzeitig verwendet werden,
- bei einer längerfristigen Einnahme höherer Dosierungen.
In diesen Situationen sollte die Einnahme vorab medizinisch oder pharmazeutisch abgeklärt werden. Nahrungsergänzungsmittel sollten außerdem außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Fazit: interessant, aber noch nicht abschließend erforscht
Bor ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement mit möglichen Einflüssen auf verschiedene Stoffwechselvorgänge. Besonders die Zusammenhänge mit dem Mineralstoff- und Knochenstoffwechsel, den Gelenken, Hormonen und der Gehirnfunktion sind Gegenstand der Forschung.
Die bisherigen Ergebnisse sind jedoch überwiegend vorläufig. Bor ist für den Menschen bislang nicht offiziell als essenzieller Nährstoff anerkannt. Ebenso wenig ist belegt, dass eine Nahrungsergänzung Osteoporose verhindert, einen Testosteronmangel behandelt, den Vitamin-D-Spiegel zuverlässig erhöht oder chronisch-entzündliche Erkrankungen bessert.
Das macht Bor nicht bedeutungslos. Es bedeutet vielmehr, dass zwischen einem interessanten biologischen Hinweis und einem klinisch belegten Nutzen unterschieden werden sollte. Wer Bor ergänzen möchte, sollte die Menge an elementarem Bor, die Gesamtzufuhr und die persönlichen gesundheitlichen Voraussetzungen berücksichtigen.
3 mg elementares Bor pro empfohlener Tagesdosis
Häufige Fragen zu Bor
Ist Bor ein essenzielles Spurenelement?
Für Pflanzen ist Bor essenziell. Beim Menschen wurde bisher keine eindeutig unentbehrliche Funktion nachgewiesen. Deshalb ist Bor derzeit nicht offiziell als essenzieller Nährstoff eingestuft. Hinweise auf biologische Wirkungen bestehen dennoch.
Was ist der Unterschied zwischen Bor und Borax?
Bor ist ein chemisches Element. Borax ist eine borhaltige Verbindung, genauer gesagt Natriumtetraborat. Auf einem Nahrungsergänzungsmittel wird normalerweise angegeben, wie viel elementares Bor die verwendete Verbindung liefert.
Ist Borax grundsätzlich gefährlich?
Die Sicherheit hängt von Reinheit, Verwendungszweck und Dosierung ab. Ein zugelassenes Nahrungsergänzungsmittel liefert eine genau definierte Menge elementaren Bors. Technische Boraxprodukte oder Haushaltsprodukte sind nicht für die Einnahme vorgesehen. Hohe Mengen Borax können gesundheitsschädlich sein.
Erhöht Bor den Testosteronspiegel?
Eine kleine Kurzzeitstudie mit acht Männern zeigte Veränderungen einiger Hormonwerte. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass Bor Testosteron bei Männern allgemein oder dauerhaft erhöht. Bor ist keine Behandlung eines medizinisch festgestellten Testosteronmangels.
Kann Bor bei Osteoporose helfen?
Es gibt Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Bor und dem Knochen- beziehungsweise Mineralstoffwechsel. Ein verlässlicher Nachweis, dass Bor Osteoporose verhindert oder behandelt, fehlt jedoch. Eine bestehende oder vermutete Osteoporose sollte medizinisch abgeklärt werden.
Kann Bor bei Gelenkbeschwerden helfen?
Einige kleine Untersuchungen mit bestimmten Borverbindungen berichten positive Ergebnisse bei Gelenkbeschwerden. Für eine allgemeine Empfehlung reichen diese Studien noch nicht aus. Zudem lassen sich Ergebnisse zu Calciumfructoborat nicht automatisch auf alle anderen Borverbindungen übertragen.
Sind 3 mg Bor pro Tag viel?
3 mg liegen oberhalb der häufig geschätzten durchschnittlichen Aufnahme über Lebensmittel, aber unterhalb des europäischen oberen Grenzwerts von insgesamt 10 mg täglich für Erwachsene. Der Grenzwert ist keine Dosierungsempfehlung. Auch bei niedrigeren Mengen sollte geprüft werden, ob eine Ergänzung individuell sinnvoll ist.
Kann man einen Bormangel messen?
Der Borstatus wird in der medizinischen Routine normalerweise nicht bestimmt. Da weder ein anerkannter Bedarfswert noch eindeutig definierte Mangelsymptome existieren, lässt sich ein Bormangel bislang nicht wie beispielsweise ein Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel diagnostizieren.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder individuelle Beratung. Bei Beschwerden, Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder der Einnahme von Medikamenten sollte die Verwendung eines Nahrungsergänzungsmittels mit einer entsprechend qualifizierten Fachperson besprochen werden.
Quellen und weiterführende Literatur
- National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Boron – Fact Sheet for Health Professionals.
- European Food Safety Authority: Summary of Tolerable Upper Intake Levels; sowie EFSA NDA Panel: Tolerable Upper Intake Level of Boron.
- Naghii MR, Mofid M, Asgari AR, Hedayati M, Daneshpour MS (2011): Comparative effects of daily and weekly boron supplementation on plasma steroid hormones and proinflammatory cytokines. Journal of Trace Elements in Medicine and Biology, 25(1), 54–58.
- Penland JG (1994): Dietary boron, brain function, and cognitive performance. Environmental Health Perspectives, 102 Supplement 7, 65–72.
- Nielsen FH, Hunt CD, Mullen LM, Hunt JR (1987): Effect of dietary boron on mineral, estrogen, and testosterone metabolism in postmenopausal women. The FASEB Journal, 1(5), 394–397.
- Nielsen FH (2014): Update on human health effects of boron. Journal of Trace Elements in Medicine and Biology, 28(4), 383–387.

